2001 Urbane Technopol Hauptgüterbahnhof Hannover

2001 Urbane Technopol Hauptgüterbahnhof Hannover

Nach Abschluss der EXPO will die Stadt Hannover unter der Zielsetzung einer nachhaltigen Stadtentwicklung wieder verstärkt innerstädtische Neuordnungs- und Umstrukturierungsaufgaben angehen, um die Entwicklungspotenziale von zentral gelegenen ehemaligen Verkehrs-, Industrie- oder Gewerbeflächen für neue städtische Funktionen zu nutzen und damit einem weiteren Flächenverbrauch im Aussenbereich entgegenzuwirken.
Unter dem Aspekt der Innenentwicklung kommt dem Areal des Güterbahnhofs, der durch ein neues Güterverteilerzentrum in der Peripherie Hannovers seine Funktion verloren hat, eine vorrangige Bedeutung zu. Nachdem die Stadt im Rahmen des Sanierungs- und Stadtentwicklungsprojektes Nordstadt bereits auf den nördlich angrenzenden ehemaligen Gütergleisflächen das Wohnquartier „Am Möhringsberg“ realisiert hat, soll nun das ca. 14 Hektar große Gebiet um die Hauptgüterbahnhofshalle, zusammen mit den nur unzureichend genutzten ehemaligen Kleinindustrie- und Gewerbestandorten am Weidendamm, zu einem neuen prägnant strukturierten Stadtquartier entwickelt werden, das die Nordstadt nach Osten arrondiert und zur Bahn eine neue Stadtansicht ausbildet. Es soll ein lebendiges Stadtquartier als neuer Arbeitplatzschwerpunkt entstehen, das sich mit einer effizienten, dichten Baustruktur aber auch durch anspsuchsvolle Freiräume auszeichnet.
Orientiert an dem Leitbild einer „urbanen Technopol“ in der u.a. eine Überlagerung bzw. das Nebeneinander von Arbeiten und Wohnen, Versorgung und Freizeit charakteristisches Merkmal ist, sollen leistungsfähige und nutzungsflexible Gebäude und Freiraumtypologien für neue Arbeitsfelder und Arbeitsplatzstrukturen entwickelt werden. Z.B. für technologie- und medienorientierte Branchen, aber auch für mittlerweile wieder stadtverträgliche Produktions- und Gewerbebetriebe. In diesem Zusammenhang soll das Wohnen und Arbeiten in einen engeren Zusammenhang gestellt werden, wobei hier nicht das Familienwohnen sondern spezifische Wohnformen als komplementäre Nutzung gefragt sind. Für die ehemalige Güterbahnhofshalle sollen Lösungen aufgezeigt werden, wie mit geeigneten öffentlichen bzw. publikumsfrequentierten Nutzungen zumindest Teile dieses bemerkenswerten industriellen Zweckbaus erhalten werden können.
Neben Funktion und Gestaltung der neuen Baustruktur, der Sicherung und Weiterverwendung historischer Spuren, ist die Qualität der öffentlichen Freiräume und deren Vernetzung mit den umgebenden Stadträumen und den vorhandenen Schwerpunkten für den urbanen Charakter und die Identität des neuen Quartiers entscheidend.
Im Rahmen einer Gesamtkonzeption sind ergänzende Aussagen für die räumlich funktionale Neuordnung der angrenzenden Verflechtungsbereiche des Planungsgebiets aufzuzeigen. Dies betrifft zum einen die Brachflächen nördlich der Kopernikusstrasse, zum anderen sollen Neuordnungs- und Gestaltungsvorschläge für den Umbau des heute nach Süden und Osten offenen Kreuzungsbereichs Arndtstrasse/ Herschelstrasse zu einem prägnanten, von Bebauung gefassten Stadtraum und zum Eingangsplatz für die Nordstadt gemacht werden.

Auslobende Universität
LU Hannover

Teilnehmende Universitäten
TU Braunschweig, LU Hannover, BTU Cottbus, und die BU Weimar

1. Preis: Martin Henkel und Marta Alvarez Manero, BTU Cottbus
2. Preis: Kirsten Riemer und Ann-Katrin Dibbert, Uni Hannover
3. Preis: Alexander Deister, Uni Hannover
3. Preis: Anne Hohlbein und Cornelia Fischer, BU Weimar