New Architecture

Die Professur Entwerfen und Stadt (Architektur der Bauhaus-Universität Weimar) freut sich, im Namen und in Zusammenarbeit mit der Johannes-Göderitz-Stiftung, die Organisation und Durchführung des Johannes-Göderitz-Preises 2026 zu übernehmen.

An dem ausgelobten Wettbewerb beteiligen sich neben unserem Lehrstuhl, das Institut für Städtebau und Entwurfsmethodik von Professor Uwe Brederlau der TU Braunschweig, die Universitätsprofessur für Städtebauliches Entwerfen von Professor Andreas Quednau, der Leibniz Universität Hannover und das Lehrgebiet Entwerfen und Bauen im Bestand von Professor Sebastian Multerer zusammen mit dem Lehrgebiet Städtebau und Entwerfen von Professor Johannes Kappler.

Im Jahr 1978 beschlossen ehemalige Schüler*innen und langjährige Mitarbeitende, angeregt durch eine Idee von Ernst-Martin Winterstein, anlässlich des 90. Geburtstages des international anerkannten Hochschullehrers Gustav Ludwig Göderitz dessen Wirken und Persönlichkeit durch die Gründung einer Stiftung zu würdigen. Die Stiftung vergibt alljährlich Preise zur Förderung studentischer und wissenschaftlicher Arbeiten im Bereich Städtebau. Zu diesem Zweck wird ein Wettbewerb mit einem Thema ausgelobt.

2026 wollen wir uns mit Neuperlach, einem Erbe der Spätmoderne auseinandersetzen. Neuperlach wurde komplett nach den Ideen der Generation Göderitz entworfen. Der Stadtteil entspricht im Wesentlichen den Vorstellungen der Charta von Athen und der Studie „Die gegliederte und aufgelockerte Stadt“ von Göderitz, Rainer und Hoffmann, eine von Stadtautobahnen erschlossene, in Funktionsbereiche getrennte, grüne Stadt.

Mittlerweile ist der Stadtteil über 50 Jahre alt. Die sich veränderten Anforderungen an Mobilität und Wohnen, das Alter des Gebäudebestandes und der Leerstand der Bürogebäude erfordern Sanierungen.

Eines der aktuellen Themen ist die Transformation des Büro- und Verwaltungsstandortes Neuperlach. Mit dem Wegzug von Siemens vom ehemaligen Siemensareal stehen nun große Teile der 370.000 m2 Bürofläche leer. Für die Investoren ist der Bestand problematisch. Die Labor- und Bürogebäude waren funktional entworfen. Der Gebäudebestand ist technisch betrachtet komplett veraltet und entspricht in keiner Weise modernen Anforderungen an Gewerbebauten. Gleichzeitig hat München einen hohen Bedarf an Wohnraum. Und obwohl der Bestand nicht denkmalschutzwürdig ist, ist es unsere ökologische Verantwortung, sich mit der Gebäudesubstanz zu beschäftigen und entwerferisch zu prüfen, wie wir Teile von ihr erhalten und gleichzeitig neue urbane Stadtraumqualitäten schaffen können.

Der Johannes-Göderitz-Preis 2026 ist für uns ein willkommener Anlass, sich exemplarisch mit dem Siemens-Areal auseinanderzusetzen. Denn nur wenn wir uns mit den städtebaulichen Leitideen der Generation von Göderitz beschäftigen, haben wir eine Chance, auf Grundlage des Bestandes den Stadtteil mit seiner mittlerweile gewachsenen Identität behutsam weiterzuentwickeln.

Göderitz gehörte zu den einflussreichsten Architekten und Städtebauern des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 24. Mai 1888 in Ramsin im Landkreis Bitterfeld geboren. Bruno Taut holte Johannes Göderitz – der gerade 33 Jahre alt geworden war – im Juni 1921 nach Magdeburg. Bereits 1923, als Taut Magdeburg verließ, wurde Göderitz Magistratsbaurat, Dezernent der Hochbauverwaltung und 1927 zudem Dezernent der Stadtplanung und Stadterweiterung der Domstadt. 1933 endete Göderitz‘ Arbeit in Magdeburg mit der Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten.

In der Folge schärfte er zunehmend sein Profil als Städtebauwissenschaftler und Hochschullehrer. 1936 bis 1945 war Göderitz Geschäftsführer der Deutschen Akademie für Städtebau-, Reichs- und Landesplanung.

Von 1945 bis 1953 nahm er die Position des Stadtbaurats in Braunschweig ein. Weiterhin wurde er zum Honorarprofessor für Landesplanung, Städtebau und Wohnungswesen an der Technischen Hochschule Braunschweig ernannt. Dort lehrte er bis zu seinem 82. Lebensjahr am Fachbereich Architektur. Johannes Göderitz war maßgeblich an der Gründung des Instituts für Städtebau und Wohnungswesen der Deutschen Akademie an der Technischen Universität München beteiligt und bis 1962 dessen Direktor. Die wegweisenden Arbeiten von Göderitz, besonders auf dem Gebiet der Stadterweiterung und Stadterneuerung, liegen in zahlreichen Veröffentlichungen vor.

Am bekanntesten ist fraglos das Werk „Die gegliederte und aufgelockerte Stadt“ von 1957, das zusammen mit Hubert Hoffmann und Roland Rainer verfasst wurde. Wegen seiner großen Verdienste wurde Johannes Göderitz mit der Cornelius-Gurlitt-Medaille der Deutschen Akademie für Städtebauund Landesplanung sowie dem Großen Bundesverdienstkreuz und dem Plett-Preis ausgezeichnet.

Auslobende Universität

Bauhaus-Universität Weimar,
Fakultät für Architektur und Urbanistik,
Professur Entwerfen und Stadt Architektur,
Prof. Andreas Garkisch,
Belvederer Allee 5, 99435 Weimar
Ansprechpartner: Johann Simons

Teilnehmende Universitäten

Bauhaus-Universität Weimar,
Fakultät für Architektur und Urbanistik,
Professur Entwerfen und Stadt Architektur,
Prof. Andreas Garkisch,
Belvederer Allee 5, 99435 Weimar
Ansprechpartner: Johann Simons

Hochschule München,
Fakultät 01 Architektur,
Prof. Johannes Kappler, Prof. Sebastian Multerer
Karlstraße 6, 80333 München

Leibniz Universität Hannover,
Fakultät für Architektur und Landschaft, Institut für Entwerfen und Städtebau,
Prof. Dipl.-Ing. Andreas Quednau, Herrenhäuser
Straße 8, 30419 Hannover
Ansprechpartnerin: Olga Cobuscean

Technische Universität Braunschweig,
Fakultät Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften
Institut für Städtebau und Entwurfsmethodik,
Prof. Uwe Brederlau,
Pockelsstraße 3, 38106 Braunschweig
Ansprechpartner: Christopher Kuriyama

Auslobung

<<< Aufgabenstellung >>>

nach oben